Stuttgart BEWOHNBAR: Die Innovationskraft Stuttgarts hängt am Mietpreis

Veröffentlicht am 15.05.2019 in Kommunalpolitik

Sezai Olgun, Diplom-Ingenieur und Kandidat der Möhringer SPD für die Stuttgarter Gemeinderatswahl, fordert, Mietpreise für kommunale bilanztechnisch abgeschriebene und ältere Wohnungen in Stuttgart auf fünf Euro pro Quadratmeter zu senken. 

Sezai Olgun, Diplom-Ingenieur

Warum muss die Miete Ihrer Ansicht nach so drastisch sinken – auf fünf Euro für abgeschriebene und ältere Kommunalwohnungen?
Für viele Stuttgarter, insbesondere für Geringverdiener, Alleinerziehende, junge Familien, Berufsanfänger oder Rentner, ist es derzeit kaum möglich, einen Teil ihres Einkommens zu sparen. Doch Rücklagen für den Erwerb von Eigentum, die Altersvorsorge, die Absicherung der Familie oder die berufliche Weiterbildung sind absolut notwendig für eine unabhängige Zukunftsplanung. Hauptursache: die hohen und weiter steigenden Mieten. In Großstädten wie Stuttgart ist es inzwischen auch für Personen mit mittleren Einkommen nicht mehr ungewöhnlich, fast die Hälfte ihres Einkommens für Wohnen auszugeben – ein unhaltbarer Zustand! 

Wie sorgt ihre Regelung ganz konkret für Abhilfe?
Durch Einkommenssteigerungen allein ist es heutzutage nicht mehr länger möglich, Rücklagen zu bilden. Denn diese werden über kurz oder lang von den steigenden Mieten „aufgefressen“. Damit Bürgerinnen und Bürger wieder etwas zurücklegen können, muss der größte Posten auf der Ausgabenseite wieder geringer ausfallen: die Miete. Angenommen, eine Familie mit zwei Kindern zahlt für ihre kommunal abgeschriebene oder ältere 100-qm-Wohnung derzeit zehn Euro Kaltmiete pro qm. Durch die vorgeschlagene Regelung würde sich ihr Mietpreis von zehn auf fünf Euro pro qm halbieren: Die Familie könnte pro Monat 500 Euro zurücklegen.  


Warum soll die Stadt aktiv werden?
Aus meiner Sicht sollte es im Interesse einer Stadt wie Stuttgart liegen, dass sich möglichst viele Bürgerinnen und Bürger eine unabhängige und sichere Existenz aufbauen können. Das steigert den Wohlfühlfaktor und die Identifikation mit dem Wohnort. Die Menschen sehen sich als Teil der Gemeinschaft und bringen sich im Idealfall gern ins Gemeinwesen ein. 

Was könnte die Mietsenkung für Auswirkungen haben?
Zum einen könnte sie einen Anreiz dafür bieten, sich als Berufsanfänger in Stuttgart niederzulassen oder später hier eine Familie zu gründen – und mit dieser vor Ort zu bleiben. Rentner erhielten zum anderen die Chance auf eine Wohnung mit kurzen Versorgungswegen und guter öffentlicher Anbindung. Trotz lebenslanger Berufstätigkeit können sich einige als Rentner die Mieten vor Ort nicht mehr leisten und sind auf Unterstützung angewiesen. Dies empfinden viele als würdelos.  

Gilt die Regelung auch für private Anbieter?

Privaten Vermietern kann man natürlich nicht vorschreiben, für welchen Mietpreis sie ihre Wohnungen auf dem Markt anbieten. Allerdings sollten sich diese selbst fragen, ob sie mit ihrem Eigentum nicht einen Beitrag zum Wohle der Stadt und zum Erhalt ihrer wirtschaftlichen Stärke leisten möchten. Was das eine mit dem anderen zu tun hat? Zu hohe, selbst für die Mittelschicht kaum erschwingliche Mieten werden verstärkt dazu führen, dass gut ausgebildete Fachkräfte nicht mehr nach Stuttgart kommen. Sowohl ortsansässige Firmen als auch Start-ups werden sich andere Orte suchen, an denen sie investieren und sich ausprobieren können. Kurzum: Die Innovationskraft und der Wohlstand der Region Stuttgart hängen zukünftig ganz maßgeblich am Mietpreis. 

 

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