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BT-Wahl 2019: Politische Männlichkeit

Veröffentlicht am 18.08.2021 in Pressemitteilungen

SPD-Bundestagskandidat Dejan Perc im Gespräch mit Dr. Susanne Kaiser, Autorin, politische Beraterin und Journalistin

Unter dem Motto „Politische Männlichkeit“ hat Dejan Perc, SPD-Bundestagskandidat im Wahlkreis Stuttgart II und SPD-Kreisvorsitzender, gemeinsam mit Dr. Susanne Kaiser, Autorin, politische Beraterin und Journalistin, diskutiert. Die Veranstaltung kann auf Facebook und dem YouTube-Kanal von Dejan Perc in voller Länge gestreamt werden.

Zu Beginn sprachen Perc und Kaiser über den Begriff „Incel“. Dieser bezeichnet Männer, die im unfreiwilligen Zölibat leben, noch nie Sex hatten oder in einer Beziehung gelebt haben und für diesen Umstand Frauen bzw. den Feminismus verantwortlich machen. Der Frauenhass, den diese Männer entwickeln, wird dabei in weltweit vernetzten Foren ausgetauscht und kann zu Terroranschlägen und sonstigen Gewalttaten gegenüber Frauen führen. Dadurch ergab sich für Perc auch eine „politische Dimension“, die „gesellschaftlich relevant“ sei. Kaiser machte zudem deutlich, dass die „Incel“-Bewegung „weltweit vernetzt“ ist und sich zunehmend auch mit rechtsextremen Gruppen verbindet. Auch ergeben sich für Kaiser große Überschneidungen zur Verschwörungstheorie des „Großen Austausch“, die den Feminismus dafür verantwortlich macht, dass Frauen vermeintlich keine Kinder mehr mit weißen Männern wollen. Dies wiederum führe, so die „Argumentation, zum Untergang der „weißen Rasse“.

Perc zeigte auf, dass insbesondere der Wahlkampf von Donald Trump und Jair Bolsonaro mit frauenverachtenden und misogynen Sprüchen und Kampagnen mobilisiert hat und dadurch eine Stimmung erzeugt wurde, in der physische und psychische Gewalt gegen Frauen als „normal“ betrachtet wird. Kaiser betonte, dass Trump nicht der Auslöser dieser Bewegungen war, sondern die Mobilisierung des Patriarchats bereits vor 20 Jahren begonnen hat. Diese Entwicklung geht für Kaiser dabei auch mit den großen Erfolgen des Feminismus in den letzten Jahrzehnten einher, der nun eine Gegenbewegung in Form des „autoritären Backlash“ gegenübersteht.

Auch betonten Perc und Kaiser die Bedeutung des Internets, welches den „Transport“ von frauenfeindlichen Weltbildern erleichtert und eine weltweite Vernetzung ermöglicht. Als Gegenstrategien nannte Kaiser zunächst die Notwendigkeit, das Phänomen und dessen weltweite Vernetzung zu erkennen. Auch eine „inhaltliche Dekonstruktion“ ist zentral. So muss sich die Gesellschaft fragen, welches „Männerbild“ vermittelt werden soll. Der Kampf gegen die „Incel“-Bewegung muss daher auf vielen verschiedenen Ebenen geführt werden.

Perc lenkte zum Schluss den Fokus auf die anstehenden Wahlen in Deutschland. Kaiser sieht dabei durchaus die Gefahr, dass die Errungenschaften der letzten Jahrzehnte „zurückgedreht“ werden. Dabei erkennt sie insbesondere auch eine „Diskursverschiebung“ und eine zunehmende Polarisierung. Perc fasste daher zusammen, dass es wichtiger denn je sei, „aufmerksam zu bleiben“ und eine Verabschiedung aus diesen Diskursen keine Lösung ist. Abschließend sprachen Kaiser und Perc noch über die aktuellen Ereignisse in Berlin, die sehr polarisiert und heftige Reaktionen hervorgerufen haben. Kaiser betonte dabei, dass der Begriff „Ehrenmord“ mit einer rassistischen Konnotation verbunden ist und die eigentliche Debatte über die Gemeinsamkeiten von Gewalt von Männern gegenüber Frauen dadurch verschleiert wird. So geht es bei solchen Morden, unabhängig von der Herkunft des Täters, immer darum, die Kontrolle über die Partnerin / die Ehefrau (wieder) zu gewinnen.

 

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