Wir brauchen die Ernährungswende

Veröffentlicht am 20.02.2013 in MdB und MdL

Ute Vogt, Ulrich Kelber und Christoph Simpfendörfer (v.L.)

Der Titel des spannenden Abends auf dem demeter- Bauernhof im Herzen von Möhringen brachte eine Palette von Themen auf: Von Pferdefleischskandal bis Ökolandwirtschaft, von Hunger in der Welt bis zu gesunder Ernährung, von Bienensterben bis gesundem Schulessen.

"Globalisierung hat auch etwas Gutes - es gibt inzwischen ein weltweites Gespür für die Auswirkungen unseres Tuns" - so startet Demeter- Landwirt Christoph Simpfendörfer in die Diskussion. Umweltschutz und Nachhaltigkeit begrenzt sich nicht nur auf die Energiewende. Auch der respektvolle Umgang mit Natur und Tieren in der Landwirtschaft ist wichtig. Zur Veranstaltung Wir brauchen die Ernährungswende lud Ute Vogt zusammen mit dem SPD- Ortsverein Möhringen ein. Auf dem Podium im Bistro des Reyerhofs in Möhringen (Unteraicher Str. 8), diskutierten der Bewirtschafter des Hofes, Demeter- Landwirt Christoph Simpfendörfer, sowie der SPD- Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende der SPD- Bundestagsfraktion Ulrich Kelber, zu dessen Fachgebieten Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gehören. Durch eine rege Beteiligung der Besucherinnen und Besucher ergab sich eine Vielfalt an Fragen, die dem Thema in der ganzen Bandbreite gerecht wurde.
Ulrich Kelber mahnte an, dass die Landwirtschaft die Gelder aus Europa von der Gemeinschaft bekomme, und so sollten Gelder für die Landwirtschaft auch eingesetzt werden für die Gemeinschaft. Nur Lebensmittel zu produzieren und zu verkaufen an sich sei gesellschaftlich gesehen noch wenig relevant. Eher im Gegenteil: Wenn Landwirte z.B. Pestizide einsetzen, die nebenan in Bächen landen, zahlt die Gemeinschaft die (meist hohen) Folgekosten.
Landwirt Christoph Simpfendörfer sei darüber hinaus wichtig, dass Gelder nicht pauschal aus Europa flössen, sondern differenziert nach Leistung. Oder mehr nach angestellten Arbeitskräften statt nur nach reiner bebauter Fläche. Er merkte dazu an, dass gerade diejenigen, die für die Versorgung mit Lebensmitteln arbeiteten - Landwirte, Verkaufspersonal, Angestellte in der Gastronomie - mithin die geringsten Löhne bekämen.
Wichtig sei zudem, die Zuschüsse nicht einzig auf die Landwirtschaft zu beziehen, sondern auf den "ländlichen Raum" in all seinen Facetten. Für Ulrich Kelber gehört darüber hinaus dazu, diese Regionen lebenswert zu gestalten, und nicht als reines "Wolferwartungsgebiet" abzuhaken.
Zum Thema der Sicherheitssysteme bei Lebensmittelkontrollen und unzureichender Herkunftsbezeichnungen stellt Kelber fest, dass Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) immer nur von "könnte, sollte, fordere, möchte" spricht - nie von "ich mache, ich setze durch". Es seien immer nur folgenlose Ankündigungen oder ein Verharren im `klein- klein´.
Der Reyerhof, der einstmals auf freiem Felde stand und heute mitten in Möhringen liegt hat oft Kindergartengruppen oder Nachbarskinder auf dem Hof. Ihn freut, dass die Kinder sehen können, begreifen lernen, woher unsere Lebensmittel kommen. Gute Ernährung sei leider inzwischen immer abhängiger von besserer Bildung und höherem Wissen. Man brauche dringend mehr Ernährungslehre, Schulgärten und gute Kantinen an den Schulen.
Beim hoch interessierten Publikum, den beiden Referenten und der Moderatorin bedankte sich am Schluss Rudi Schaaf, der Sprecher der SPD- Bezirksbeiratsfraktion.

 

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